Netznutzung

Als Netznutzer bezeichnet man alle Personen oder Unternehmen, die Energie in ein Netz einspeisen oder Energie daraus beziehen. Hier haben wir alle Informationen für die Netznutzung zusammengestellt.

Netznutzungsverträge der Stuttgart Netze Betrieb GmbH

Der Netznutzungsvertrag wird zwischen einem Netznutzer, der einen separaten Stromlieferungsvertrag vereinbart hat und somit gleichzeitig Anschlussnutzer ist, und der Stuttgart Netze Betrieb GmbH abgeschlossen.

Ergänzend zum Netznutzungsvertrag in der Niederspannung gelten die allgemeinen Bedingungen zum Netzanschluss- und Netznutzungsvertrag in der Niederspannung. Die aktuellen Verträge und Bedingungen zur Netznutzung finden Sie hier  .


Fragen und Antworten zum Netznutzungsvertrag


Ab dem 01.01.2016 gilt ein einheitlicher Netznutzungsvertrag für Letztverbraucher, welche die Netznutzung direkt mit dem Netzbetreiber abwickeln, und die Lieferanten. Die Stuttgart Netze Betrieb GmbH hat diesen Vertrag, einschließlich der Änderungen mit Beschluss der Bundesnetzagentur vom 20. Dezember 2017 (Az. BK6-17-168 einschließlich der Mitteilung Nr. 1), für Letztverbraucher wortgleich umgesetzt.

Wichtige Informationen sowie Fragen und Antworten zum Netznutzungsvertrag entnehmen Sie bitte den nachfolgenden Abschnitten.
 

Warum gibt es einen Standardvertrag?

Für die Abwicklung des Stromnetzzugangs gilt ab dem 01.01.2016 ein einheitlicher Netznutzungsvertrag. Dieser gilt sowohl für Letztverbraucher, welche die Netznutzung direkt mit dem Netzbetreiber abwickeln und für Lieferanten. Die Bundesnetzagentur hat die Vertragsgestaltung und die Abwicklung des Netzzugangs durch den Abschluss eines Standardvertrags harmonisiert. Ziel ist die Stärkung des Wettbewerbs und die Erhöhung der Transparenz über einen diskriminierungsfreien Netzzugang.
 

Für wen gilt der Standardvertrag?

Der Standardvertrag gilt gleichzeitig als Netznutzungs- und Lieferantenrahmenvertrag. Vertragspartner sind alle Letztverbraucher und Lieferanten als Netznutzer, somit auch alle Kunden, die einen separaten Netznutzungsvertrag mit dem Netzbetreiber abgeschlossen haben. Alle Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen über alle Spannungsebenen (inklusive Übertragungsnetz und geschlossenen Verteilnetzen) hinweg müssen den Standardvertrag zum Stichtag wortgleich übernehmen.
 

Inwieweit gilt der Standardvertrag für mich als Selbstzahler?

Der Netznutzungsvertrag regelt die Netznutzung zwischen Netzbetreiber und Lieferanten. Darüber hinaus wird der gleiche Vertrag zwischen Netzbetreiber und Selbstzahler zur Regelung des Netzzugangs abgeschlossen. Aus diesem Grund sind Regelungen im Vertrag enthalten, wie z.B. Sperren/ Entsperren von Netzanschlüssen und elektronischer Datenaustausch, die für Selbstzahler in der Praxis nicht relevant sind. Falls Sie weitere Fragen zur Gültigkeit des Standardvertrags für Sie als Selbstzahler haben, wenden Sie sich bitte an das Kundenzentrum.
 

Muss ich dem Vertrag zustimmen?

Die Stuttgart Netze Betrieb GmbH setzt den Standardvertrag der Bundesnetzagentur wortgleich um. Nachteile, die sich für den Netznutzer durch die Vertragsumstellung ergeben, sind nicht ersichtlich. Im Rahmen einer Nachfassaktion seitens der Stuttgart Netze Betrieb GmbH wird der Netznutzer erneut aufgefordert, den neuen Netznutzungsvertrag unterschrieben zurück zu schicken. Die Netzbetreiber sind durch die Festlegung verpflichtet, ab dem 01.01.2016 den Stromnetzzugang ausschließlich auf Grundlage des Standardvertrags zu gewähren. Eine Verpflichtung, den Netzzugang ohne Abschluss eines gültigen Netzzugangsvertrags hinaus zu gewähren, besteht nach Maßgabe des § 20 EnWG nicht.
 

Kann ich dem Vertrag widersprechen?

Kunden verfügen in Verträgen mit Netzbetreibern über ein Widerrufsrecht nach § 355 BGB. Das Widerrufsrecht ist auf 14 Tage nach Zugang des Vertrags befristet. Falls Sie Vorbehalte gegenüber dem Vertrag besitzen und diesem nicht zustimmen wollen, besteht die Möglichkeit, dem Vertrag unter Vorbehalt zuzustimmen, sodass der bestehende Netzzugang zu jedem Zeitpunkt einer vertraglichen Regelung unterliegt. Die Stuttgart Netze Betrieb GmbH möchte darauf hinweisen, dass eine Verpflichtung, den Netzzugang ohne Abschluss eines gültigen Netzzugangsvertrags hinaus zu gewähren, nach Maßgabe des § 20 EnWG nicht besteht.
 

Fragen und Antworten zur Meldepflicht nach Kraft-Wärme-Kopplung Gesetz (KWKG) 2016

Seit dem Inkrafttreten der KWKG-Novelle am 01.01.2016 müssen die Letztverbraucher, die eine Reduzierung der KWK-Umlage, der Offshorehaftungsumlage und der § 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage in Anspruch nehmen wollen, ihre selbstverbrauchten Strommengen dem zuständigen Netzbetreiber bis zum 31. März des jeweiligen Folgejahres melden. Voraussetzung für eine Reduzierung ist ein Selbstverbrauch von mehr als 1.000.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr.

Wichtige Informationen sowie Fragen und Antworten zum KWKG 2016 entnehmen Sie bitte den nachfolgenden Abschnitten.
 

Was hat sich gegenüber der Abrechnung im Jahr 2015 geändert?

Sowohl für die KWK-Umlage als auch für die Offshorehaftungsumlage und die § 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage gilt eine Verbrauchsgrenze von 1.000.000 kWh/a. Dabei ist nur der selbstverbrauchte Strom ausschlaggebend. Um wie bisher nach der Letztverbrauchergruppe B‘ abgerechnet zu werden, müssen die Letztverbraucher bis zum 31. März des Folgejahres bestätigen, dass sie den gesamten Strom an der relevanten Abnahmestelle selbst verbraucht haben. Wenn das nicht der Fall ist, bitten wir unsere Letztverbraucher anzugeben, welchen Anteil vom Gesamtverbrauch (über die Entnahmestelle geflossene Energiemenge) sie selbst verbraucht haben.

Wenn Sie Ihrer Meldepflicht im Rahmen des KWKG 2016 nachkommen möchten, nutzen Sie bitte unsere Meldevorlagen

Ihre Meldung können Sie uns an folgende Adresse zuschicken:

Stuttgart Netze Betrieb GmbH
c/o Netze BW GmbH
Kurt-Schumacher-Str. 39
73728 Esslingen
Oder per E-Mail an: Netznutzungsabrechnung-rlm@Stuttgart-Netze.de
 

Was passiert, wenn ich nicht reagiere?

Wenn uns keine bzw. eine nicht fristgerecht eingegangene Bestätigung vorliegt (Fristende ist der 31. März des jeweiligen Folgejahres), sind wir gemäß § 26 Abs. 2 KWKG 2016 gezwungen, den gesamten Stromverbrauch Ihrer Abnahmestelle nach der Letztverbrauchergruppe A‘ abzurechnen.
 

Über den Zählpunkt wird nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch eine Schwestergesellschaft versorgt. Kann ich dann die Energie als Selbstverbrauch deklarieren?

Nein. Das KWKG 2016 bezieht sich eindeutig auf den Selbstverbrauch, also auf die gleiche juristische Person. Der Verbrauch jeder juristisch eigenständigen Geschäftseinheit stellt den Verbrauch eines Dritten dar. Das bedeutet, dass z. B. der Verbrauch von zwei GmbHs, welche die gleichen Eigentümer und den gleichen Geschäftsführer haben, voneinander getrennt werden müssen. Es darf nur der Verbrauch der Gesellschaft angegeben werden, auf die die Stromrechnung an dieser Entnahmestelle ausgestellt wird.
 

Warum muss ich als Endverbraucher reagieren, die Netzentgelte bezahlt doch mein Lieferant!

Der § 26 KWKG 2016 bezieht sich ausdrücklich auf den Letztverbraucher. Ein Letztverbraucher im Sinne des § 2 KWKG 2016 ist jede natürliche oder juristische Person, die Strom verbraucht. Der Energielieferant kann uns außerdem nicht versichern, dass die abgenommene Strommenge tatsächlich vom Letztverbraucher selbst verbraucht wurde.
 

Bis wann muss ich spätestens die Rückmeldung abgeben?

Um wie bisher abrechnen zu können, benötigen wir Ihre Rückmeldung möglichst zeitnah, spätestens jedoch bis zum 31. März des jeweiligen Folgejahres.
 

Wie reduzieren sich die KWK-, Offshorehaftungs- und § 19 StromNEV-Umlagen jeweils?

Wenn die gesetzlich geforderten Voraussetzungen an einer Abnahmestelle erfüllt sind, reduziert sich bei einem Verbrauch von über 1.000.000 kWh im Jahr 2016 die entsprechende Umlage für jede weitere kWh.

  • Bei der KWK-Umlage von 0,445 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe A‘) auf 0,040 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe B‘)
  • Bei der § 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage von 0,378 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe A‘) auf 0,05 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe B‘)
  • Bei der Offshore-Haftungsumlage von 0,040 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe A‘) auf 0,027 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe B‘)

Was bedeutet in diesem Zusammenhang Abnahmestelle? Was kann ich mir darunter vorstellen?

Firmengelände werden in der Regel immer nur über eine Abnahmestelle versorgt, auch wenn mehrere Zähler vorhanden sind. Sie bekommen dann auch nur eine Rechnung. In Ausnahmefällen (z. B. wenn Sie über zwei Entnahmepunkte mit unterschiedlicher Anschlussspannung versorgt werden) erhalten Sie mehr als eine Rechnung. Unter der Voraussetzung, dass es sich dann bei ihrem Firmengelände um ein in sich geschlossenes Betriebsgelände mit einem zusammenhängenden Elektrizitätsnetz handelt, können die Strombezüge zur Ermittlung und Abrechnung der gesetzlichen Umlagen (und nur dafür) zusammengefasst werden. Gegenüber der Netznutzungsrechnung muss es sich hier nur um eine elektrische Verbindung und nicht um eine galvanische Verbindung, die eine Verbindung über Transformatoren ausschließt, handeln.

Ist von diesen Regelungen nur die KWK-Umlage betroffen?

Nein. Diese Regelungen betreffen alle netzseitigen Umlagen, also auch die § 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage und die Offshore-Umlage nach § 17f Abs. 3 EnWG. Diese Umlagen verweisen seit dem 01.01.2016 bei der Abwicklung der Umlage und der Höhe der Verbrauchsmenge auf den § 26 KWKG 2016. Sie unterscheiden sich damit nur noch in der jeweiligen Höhe der Umlage. In der aktuellen Fassung der AbLaV ist die Anwendung der Belastungsgrenzen in § 26 Absatz 2 und 3 des KWKG für bestimmte Letztverbrauchergruppen ausgesetzt, d. h. sie kommt nicht zur Anwendung.