EEG-Umlagepflicht auf Eigenversorgung

Auch wer den selbst erzeugten Strom ganz oder teilweise selbst verbraucht, muss grundsätzlich EEG-Umlage bezahlen. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie uns eine Änderung Ihrer Angaben zur EEG-Umlage mitteilen können.

Nur für neuere Anlagen relevant

Die Regelung gilt in erster Linie für Anlagen, die nach dem 31. Juli 2014 in Betrieb genommen werden. Bestandsanlagen, die bereits vor dem 1. August 2014 zur Eigenversorgung betrieben wurden, sind in den meisten Fällen von der Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage befreit.

Aber: Diese Bestandsschutzregelungen können unter bestimmten Bedingungen entfallen:

  • Die Stromerzeugungsanlage wurde von Vollstromeinspeisung auf Überschusseinspeisung mit Eigenversorgung umgestellt, es sei denn, die Stromerzeugungsanlage wurde vom Eigenversorger schon einmal als Überschusseinspeisung betrieben.
  • Die Stromerzeugungsanlage wurde am bisherigen Standort abgebaut und an anderer Stelle wieder errichtet.
  • Es erfolgte ein Anlagenbetreiberwechsel der (natürlichen oder juristischen) Person des Eigenversorgers. Ab 1. Januar 2017 bestehen nach § 61f EEG 2017 neue Bestandsschutz-Regelungen. Gemäß § 104 Abs. 7 EEG 2017 darf diese jedoch erst angewandt werden, wenn die EU-Kommission diese Vorschrift genehmigt hat.
  • Die Stromerzeugungsanlage wurde vor dem 1. Januar 2018 erneuert, erweitert oder ersetzt und gleichzeitig die Leistung um mehr als 30 % erhöht.
  • Die Stromerzeugungsanlage wurde nach dem 31. Dezember 2017 erneuert, erweitert oder ersetzt.

Bitte beachten Sie, dass in diesen Fällen EEG-Umlage abgeführt werden muss.

Ausnahmetatbestände

Das EEG sieht zudem Ausnahmetatbestände vor, die Sie von der Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage auf Eigenversorgung befreien. Um diese Befreiung geltend zu machen, muss der Eigenversorger den Ausnahmetatbestand darlegen und nachweisen. Trifft dies auf Ihre Anlage zu, können Sie uns dies über das Formular „Angaben zur EEG-Umlagepflicht“ mitteilen.

Dies ist der Fall

  • wenn der Strom in einer Stromerzeugungsanlage mit einer installierten Leistung von höchstens 10 kW erzeugt wird, wobei die Befreiung für höchstens 10.000 kWh selbst verbrauchten Stroms pro Kalenderjahr gilt (§ 61a Nr. 4), oder
  • wenn der Strom in den Neben- und Hilfsanlagen einer Stromerzeugungsanlage zur Erzeugung von Strom im technischen Sinne verbraucht wird (Kraftwerkseigenverbrauch) (§ 61a Nr. 1), oder
  • wenn der Eigenversorger weder unmittelbar noch mittelbar an ein Netz für die allgemeine Versorgung angeschlossen ist (sog. Inselbetrieb) (§ 61a Nr. 2), oder
  • wenn sich der Eigenversorger vollständig mit Strom aus seiner Stromerzeugungsanlage selbst versorgt. Dabei wird vorausgesetzt, dass der Eigenversorger keinerlei Strom aus dem Netz für die allgemeine Versorgung bezieht und keinerlei finanzielle Förderung nach EEG in Anspruch nimmt (§ 61a Nr. 3).

Fragen und Antworten
 

Welche gesetzlichen Grundlagen und Informationen sind zu beachten?
  • § 61 bis § 61k Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 stellt die gesetzliche Grundlage für die Erhebung der EEG-Umlage bei Letztverbrauchern und Eigenversorgern dar.
  • Der Leitfaden zur Eigenversorgung stellt die Einschätzung der Bundesnetzagentur zu wesentlichen Praxisfragen dar.
Welche Mitteilungspflichten habe ich als Eigenversorger?
  • Als Anlagebetreiber sind Sie mitverantwortlich dafür, dass die EEG-Umlage ordnungsgemäß erhoben und abgewickelt werden kann. Als Ihr Verteilnetzbetreiber ziehen wir die EEG-Umlage von den Eigenversorgern ein und leiten sie an den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber, die TransnetBW GmbH, weiter.
  • Wenn sich für Sie eine EEG-Umlagepflicht auf Eigenversorgung bereits ergeben hat oder in Zukunft ergeben wird, teilen Sie uns dies bitte bis spätestens 28. Februar des folgenden Kalenderjahres mit. Die Angaben können Sie uns bei einer Neuanlage direkt über das Anfrageformular mitteilen. Für die Mitteilung von Änderungen nach der Anfrage oder bei bestehenden Anlagen können Sie dieses Formular verwenden. Denken Sie bitte daran, dass die selbstverbrauchten Strommengen zu den Terminen Ihrer Abrechnung gemeldet werden müssen. Die EEG-Umlage, die Sie an uns entrichten müssen, ermitteln wir aus den Zählerständen und verrechnen diese – sofern möglich - mit der Einspeisevergütung. Weitere Informationen finden Sie im letzten Punkt „Wie muss der Eigenverbrauch erfasst werden?“. Sobald uns ein ausreichend nachgewiesener Ausnahmetatbestand vorgelegt wurde oder der Erzeugungszähler in unserem Abrechnungssystem angelegt ist, entfällt die Meldepflicht der selbst verbrauchten Strommengen.
  • Eigenversorger und „sonstige selbst erzeugende Letztverbraucher“ sind grundsätzlich auch gegenüber der Bundesnetzagentur mitteilungspflichtig. Von der Mitteilungspflicht ausgenommen sind diejenigen, bei denen eine gesetzliche Regelung die EEG-Umlagepflicht ausnahmsweise vollständig entfallen lässt (§ 76 EEG 2014). Die Bundesnetzagentur stellt entsprechende Informationen zur Mitteilungspflicht und ein Online-Formular für die Mitteilungen an die Bundesnetzagentur auf ihrer Seite "Eigenversorger und sonstige selbst erzeugende Letzverbraucher"  zur Verfügung.
  • Wenn der Strom an andere Letztverbraucher geliefert wird (Belieferung Dritter), bestehen unabhängig von der Anlagengröße die Mitteilungs- und EEG-Umlagepflichten als Elektrizitätsversorgungsunternehmen (§ 74 EEG).
Welche Mitteilungspflichten habe ich bei der Belieferung Dritter?
  • Die Stromlieferung (auch bei teilweiser Eigenversorgung) sowie den Verbrauch von Strom, der nicht von einem Elektrizitätsunternehmen geliefert wird, müssen Sie beim zuständigen Übertragungsnetzbetreiber – der TransnetBW GmbH – melden (§ 61i Abs. 2 Nr. 3 und 4).
  • In folgenden Fällen ist ebenfalls der Übertragungsnetzbetreiber zuständig:
    • Wenn Ihre Stromerzeugungsanlage an das Übertragungsnetz angeschlossen ist (§ 61i Abs. 2 Nr. 1).
    • oder bei Stromerzeugungsanlagen an Abnahmestellen, an denen die EEG-Umlage nach den §§ 63 bis 69 oder nach § 103 EEG 2014 begrenzt ist (§ 61i Abs. 2 Nr. 2).
  • Bitte klären Sie die Einzelheiten der Abführung der EEG-Umlage mit der Transnet BW GmbH .
Wie muss der Eigenverbrauch erfasst werden?
  • Der Strom, für den die EEG-Umlagepflicht besteht, muss vom Eigenversorger durch geeichte Messeinrichtungen erfasst werden.
  • Zur Ermittlung der Strommenge sind ein Erzeugungszähler und ein Zweirichtungszähler an der Übergabestelle zum Netz für die allgemeine Versorgung erforderlich. Die Eigenversorgungsmenge ergibt sich dann rechnerisch aus der Differenz zwischen dem erzeugten und dem am Übergabezähler in das Netz für die allgemeine Versorgung eingespeisten Strom.
  • Werden die zur Eigenversorgung genutzten Mengen nicht oder nicht rechtzeitig gemeldet, kann der Netzbetreiber diese Mengen schätzen und mit der vollen EEG-Umlage abrechnen.
  • Sollten Sie einen geeichten kundeneigenen Erzeugungszähler verwenden, lassen Sie uns bitte eine eichrechtliche Beglaubigung und den Einbaubericht des kundeneigenen Erzeugungszählers zukommen. Sobald das Gerät in unserem Abrechnungssystem angelegt ist, können wir Ihnen zukünftig eine Ablesekarte zum 31. Dezember jeden Jahres zusenden. Durch die Rücksendung der Karte mit den Zählerständen entfällt die jährliche Mitteilung der selbstverbrauchten Strommengen.
  • In der Regel ist die messtechnische Erfassung des erzeugten und des eingespeisten Stroms über Jahresarbeitszähler ausreichend. Eine registrierende Leistungsmessung ist nur erforderlich, wenn nicht technisch sichergestellt ist, dass die Erzeugung und der Selbstverbrauch des Stroms zeitgleich erfolgen. In Zweifelsfällen bitten wir Sie, das Zählverfahren mit uns abzustimmen.

 

Weitere Informationen und Downloads

Seite "Anlagenbetreiberwechsel"