Meldepflicht nach KWKG

Alle Informationen zur Meldepflicht nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) 2016 finden Sie auf dieser Seite.

Themen im Überblick

Fragen und Antworten

Seit dem Inkrafttreten der KWKG-Novelle am 01.01.2016 müssen die Letztverbraucher, die eine Reduzierung der KWK-Umlage, der Offshorehaftungsumlage und der § 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage in Anspruch nehmen wollen, ihre selbstverbrauchten Strommengen dem zuständigen Netzbetreiber bis zum 31. März des jeweiligen Folgejahres melden. Voraussetzung für eine Reduzierung ist ein Selbstverbrauch von mehr als 1.000.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr.

Wichtige Informationen sowie Fragen und Antworten zum KWKG 2016 entnehmen Sie bitte den nachfolgenden Abschnitten.

Was hat sich gegenüber der Abrechnung im Jahr 2015 geändert?

Sowohl für die KWK-Umlage als auch für die Offshorehaftungsumlage und die § 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage gilt eine Verbrauchsgrenze von 1.000.000 kWh/a. Dabei ist nur der selbstverbrauchte Strom ausschlaggebend. Um wie bisher nach der Letztverbrauchergruppe B‘ abgerechnet zu werden, müssen die Letztverbraucher bis zum 31. März des Folgejahres bestätigen, dass sie den gesamten Strom an der relevanten Abnahmestelle selbst verbraucht haben. Wenn das nicht der Fall ist, bitten wir unsere Letztverbraucher anzugeben, welchen Anteil vom Gesamtverbrauch (über die Entnahmestelle geflossene Energiemenge) sie selbst verbraucht haben.

Wenn Sie Ihrer Meldepflicht im Rahmen des KWKG 2016 nachkommen möchten, nutzen Sie bitte unsere Meldevorlagen.

Ihre Meldung können Sie uns an die Abteilung Netznutzungsabrechnung RLM schicken. Sie finden die entsprechenden Kontaktdaten in der rechten Spalte.

Was passiert, wenn ich nicht reagiere?

Wenn uns keine bzw. eine nicht fristgerecht eingegangene Bestätigung vorliegt (Fristende ist der 31. März des jeweiligen Folgejahres), sind wir gemäß § 26 Abs. 2 KWKG 2016 gezwungen, den gesamten Stromverbrauch Ihrer Abnahmestelle nach der Letztverbrauchergruppe A abzurechnen.

Über den Zählpunkt wird nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch eine Schwestergesellschaft versorgt. Kann ich dann die Energie als Selbstverbrauch deklarieren?

Nein. Das KWKG 2016 bezieht sich eindeutig auf den Selbstverbrauch, also auf die gleiche juristische Person. Der Verbrauch jeder juristisch eigenständigen Geschäftseinheit stellt den Verbrauch eines Dritten dar. Das bedeutet, dass z. B. der Verbrauch von zwei GmbHs, welche die gleichen Eigentümer und den gleichen Geschäftsführer haben, voneinander getrennt werden müssen. Es darf nur der Verbrauch der Gesellschaft angegeben werden, auf die die Stromrechnung an dieser Entnahmestelle ausgestellt wird.

Warum muss ich als Endverbraucher reagieren, die Netzentgelte bezahlt doch mein Lieferant!

Der § 26 KWKG 2016 bezieht sich ausdrücklich auf den Letztverbraucher. Ein Letztverbraucher im Sinne des § 2 KWKG 2016 ist jede natürliche oder juristische Person, die Strom verbraucht. Der Energielieferant kann uns außerdem nicht versichern, dass die abgenommene Strommenge tatsächlich vom Letztverbraucher selbst verbraucht wurde.

Bis wann muss ich spätestens die Rückmeldung abgeben?

Um wie bisher abrechnen zu können, benötigen wir Ihre Rückmeldung möglichst zeitnah, spätestens jedoch bis zum 31. März des jeweiligen Folgejahres.

Wie reduzieren sich die KWK-, Offshorehaftungs- und § 19 StromNEV-Umlagen jeweils?

Wenn die gesetzlich geforderten Voraussetzungen an einer Abnahmestelle erfüllt sind, reduziert sich bei einem Verbrauch von über 1.000.000 kWh im Jahr 2016 die entsprechende Umlage für jede weitere kWh.

  • Bei der KWK-Umlage von 0,445 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe A‘) auf 0,040 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe B‘)
  • Bei der § 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage von 0,378 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe A‘) auf 0,05 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe B‘)
  • Bei der Offshore-Haftungsumlage von 0,040 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe A‘) auf 0,027 Cent/kWh (Letztverbrauchergruppe B‘)
Was bedeutet in diesem Zusammenhang Abnahmestelle? Was kann ich mir darunter vorstellen?

Firmengelände werden in der Regel immer nur über eine Abnahmestelle versorgt, auch wenn mehrere Zähler vorhanden sind. Sie bekommen dann auch nur eine Rechnung. In Ausnahmefällen (z. B. wenn Sie über zwei Entnahmepunkte mit unterschiedlicher Anschlussspannung versorgt werden) erhalten Sie mehr als eine Rechnung. Unter der Voraussetzung, dass es sich dann bei ihrem Firmengelände um ein in sich geschlossenes Betriebsgelände mit einem zusammenhängenden Elektrizitätsnetz handelt, können die Strombezüge zur Ermittlung und Abrechnung der gesetzlichen Umlagen (und nur dafür) zusammengefasst werden. Gegenüber der Netznutzungsrechnung muss es sich hier nur um eine elektrische Verbindung und nicht um eine galvanische Verbindung, die eine Verbindung über Transformatoren ausschließt, handeln.

Ist von diesen Regelungen nur die KWK-Umlage betroffen?

Nein. Diese Regelungen betreffen alle netzseitigen Umlagen, also auch die § 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage und die Offshore-Umlage nach § 17f Abs. 3 EnWG. Diese Umlagen verweisen seit dem 01.01.2016 bei der Abwicklung der Umlage und der Höhe der Verbrauchsmenge auf den § 26 KWKG 2016. Sie unterscheiden sich damit nur noch in der jeweiligen Höhe der Umlage. In der aktuellen Fassung der AbLaV ist die Anwendung der Belastungsgrenzen in § 26 Absatz 2 und 3 des KWKG für bestimmte Letztverbrauchergruppen ausgesetzt, d. h. sie kommt nicht zur Anwendung.